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Tropea Kalabrien - Pixabay

Eine kulinarische Kulturreise durch Kalabrien

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Wer bei seinem Urlaub nicht nur fantastische Landschaften und wunderbare historische Sehenswürdigkeiten kennenlernen möchte, sondern auch auf kulinarische Entdeckungsreisen gehen möchte, dem sei die süditalienische Region Kalabrien wärmstens zu empfehlen.

Die schöne Region mit seinen herrlichen Stränden und den schon bald dahinter imposant in den Himmel ragenden Bergen ist für ihre Gastfreundschaft und eine exzellente Küche berühmt. Die wichtigsten Protagonisten sind dabei der äußerst pikante Peperoncino, der gesunde Knoblauch, die duftende Pfefferminze und das aromatische Basilikum sowie die süße rote Zwiebel aus Tropea.

Daneben sind die hier so wunderbar gedeihenden Zitrusfrüchte ein wichtiger Bestandteil von köstlichen Süßspeisen. Nicht zu vergessen auch die Lakritze, die hier ihre Wurzeln, angeblich bis zur Hölle schlägt. Kommen Sie mit uns auf Entdeckungstour und streifen Sie durch duftende Zitrushaine und leuchtenden Peperoncino-Feldern.

Bei den einzelnen Etappen der Rundtour, die jeweils einem regionaltypischen Gewächs gewidmet sind, können Sie aber auch die antiken Spuren, herrliche Küsten und die teilweise unberührte Berglandschaft erkunden.

Die Geheimnisse der Bergamotte

Die erste Tour führt uns an die Stiefelspitze Kalabriens, denn in dieser schönen Region wächst eine ganz spezielle Frucht, die noch heute so einige Rätsel aufgibt. Die Bergamotte ist wahrscheinlich eine Kreuzung von einer bitteren Orange mit einer Limette, einer Zedernfrucht oder einer anderen Zitrusfrucht oder aber autonom entstanden.

Bergamotte - Pixabay

Bergamotte – Pixabay

Sicher ist nur, dass sie im 18. Jahrhundert erstmals nachgewiesen wurde und ausschließlich in der Region Reggio Calabria gedeiht. Alle Zuchtversuche außerhalb dieser Region blieben dagegen erfolglos. Daher sollte man bei einem Besuch dieser Region unbedingt einen eisgekühlten Bergamottenlikör oder die aus ihnen hergestellten Backwaren probieren.

Köstlich ist auch eine Ricottacreme mit Bergamotte, die sowohl zu süßen als auch herzhaften Gerichten passt. Wichtig ist die kostbare Frucht auch bei der Herstellung von Arzneimitteln und Parfums, die schon aus der Antike bekannt sind. Auf antiken Spuren kann man auch in den historischen Städten wie Reggio Calabria wandeln. Im hiesigen archäologischen Museum werden bedeutende Fundstücke aus der großen Zeit der Magna Grecia, die man unter anderem in Monasterace und Riace gefunden hat, bewundern.

In Monasterace selbst findet man ebenso ein archäologisches Museum und die originalen Ausgrabungsstätten. In den schroffen Bergen im Hinterland bezaubern dagegen zahlreiche Kirchen und Klöster aus byzantinischer Zeit und laden zu Ausflügen ein. Ebenfalls in den Bergen thront die Heilige Stadt Gerace und bietet neben einer wunderschönen Altstadt eine herrliche Sicht bis weit aufs Meer hinaus. Reizvoll ist auch ein Abstecher nach Caulonia, in deren hübscher Altstadt Sie das byzantinische Fresko des Pantacratore bestaunen können.

Die rote Zwiebel von Tropea

Reisen wir weiter gegen Norden, gelangen wir in das Anbaugebiet der berühmten Roten Zwiebel von Tropea. Diese geruchs- und geschmacksintensive, wunderbar mildsüße Knolle wächst rund um Tropea und das einzigartige Capo Vaticano. Während die gesunde und wohlschmeckende Zwiebel bereits bei den Alten Ägyptern verehrt wurde, wird sie heute mit dem EU-Qualitätssiegel für geschützte Herkunft ausgezeichnet.

Rote Zwiebel - Pixabay

Rote Zwiebel – Pixabay

Das vielseitige Gemüse sollten Sie unbedingt roh in einem Tomatensalat probieren. Es ist aber auch zu Suppen, Omelettes und sogar zu süßen Konfitüren verarbeitet ein wunderbarer Genuss. So köstlich der Geschmack der Zwiebel, so herrlich ist auch die Region, in der sie gedeiht. Schließlich wird das Capo Vaticano nicht umsonst auch die Küste der Götter genannt.

Imposante Felsformationen, glasklares Wasser und feine Sandstrände machen die Gegend zu einer wahren Touristenattraktion. Auch die Jahrtausende alte Stadt Tropea beeindruckt mit ihren herrlichen Barockpalästen und einer wunderschönen Kathedrale aus dem 11.-12.-Jh.-Wahrzeichen der Stadt ist jedoch das malerisch gelegene Inselkirchlein S. Maria dell’Isola vor der Küste.

An der Zedernküste

Die nächste Station unserer kulinarischen Reise befindet sich ebenfalls am Tyrrhenischen Meer nördlich von Paola, wo die „Reviera dei Cedri“ – im Deutschen auch Zedernküste genannt – beginnt. Hier wächst eine außergewöhnliche Frucht mit langer Geschichte. Schon im Alten Testament fand die Zedernfrucht, auch Zitronatzitrone genannt, Erwähnung und wurde zu den schönsten Bäumen gezählt.

Zitronatzitronenplantage - Pixabay

Zitronatzitronenplantage – Pixabay

Aus den kleinen violetten Blüten des nur 1,5 m hohen Baumes entstehen voluminöse Früchte, die einen sehr bitteren oder auch einen sehr süßen Geschmack besitzen und in der Regel nicht roh verzehrt werden.

Die Früchte asiatischen Ursprungs, die bereits in der Antike in die Gegend gebracht wurden und hier vom Wind geschützt angebaut werden, dienen einer ganzen Reihe von Anwendungen. So werden aus Schale und Saft köstliche Getränke, Sirups, Marmeladen und das berühmte Zitronat hergestellt. Die ätherischen Öle finden aber auch in der Kosmetik- und Pharmaindustrie Anwendung. Genießen Sie also die leckeren Erzeugnisse der Zedernfrucht und lassen Sie sich von dem Duft und den Farben der Zitronatzitronen-Plantagen betören.

Der schöne Ort mit dem bezeichnenden Namen Cetraro bietet neben einer großen Auswahl an Zedernfruchtprodukten auch zahlreiche kunsthistorische Sehenswürdigkeiten. In unmittelbarer Nähe findet man zum Beispiel die Ausgrabungsstätten, in denen Überreste aus der bedeutenden antiken Kolonie Sybaris entdeckt wurden. Interessant ist auch ein Besuch der schönen Stadt Tortora, die eine herrliche Kirche mit einem Kreuzgang aus dem 15. Jh. und ein archäologisches Museum bietet. In Paola kann man dagegen das 1595 erbaute Kloster des Heiligen Francesco, dem Schutzheiligen Kalabriens, bewundern.

Des Teufels Wurzel

Die letzte Etappe unserer Rundreise führt schließlich wieder zurück an die Ostküste Kalabriens. Rund um Rossano, das sich gleich gegenüber der Zedernküste befindet, können Sie das Gebiet der Lakritze, auch Süßwurzel genannt, entdecken. Diese wunderbare Pflanze ist seit mehr als 500 Jahren für ihren außergewöhnlichen Geschmack und eine wohltuende Wirkung berühmt. Genutzt werden von dem etwa 2 m hohen Busch, der ausschließlich wild wächst, die langen Wurzeln, von denen man in der Antike sagte, dass sie bis zur Hölle reichen.

Lakritze - Süßholz - Pixabay

Lakritze – Süßholz – Pixabay

Die aufwendige Verarbeitung der Lakritzwurzeln kann man im Lakritzmuseum in Rossano entdecken und köstliche Süßwurzelprodukte probieren. Die geschälten und getrockneten Wurzeln werden mit viel Fantasie zu originellen Geschmackserlebnissen verarbeitet und finden auch in der Medizin Anwendung. Nicht verpassen sollte man einen eisgekühlten Lakritzlikör oder auch die leckere Lakritz- und Bergamottenmarmelade, die wunderbar zu Fruchtsalaten, Cremespeisen oder Eis passt.

Darüber hinaus findet man die süße Delikatesse auch in Eissorten, Kräutertees, Bonbons, kandierten Früchten und Grappas verarbeitet. Neben Feinschmeckern kommen in der antiken Stadt Rossano Kunsthistoriker ebenfalls auf ihre Kosten. Schließlich zählte die Stadt einst zu den Hochburgen des Byzantinischen Kaiserreichs und ist heute einer der wichtigsten Fundorte für die byzantinische Kultur in Kalabrien. In dem ehemaligen Bischofssitz kann man heute unter anderem die Kathedrale, zahlreiche Kirchen, herrliche Stadtportale und alte Wassermühlen bewundern.

Sehenswert ist auch das unweit der Stadt gelegene Kloster S. Maria del Patire mit seinen Überresten des schönen Mosaikfußbodens, auf dem verschiedene Tiermotive dargestellt sind. Aus historischer und künstlerischer Sicht interessant ist auch das auf einem Hügel gelegene Städtchen Corigliano Calabro. Hier können Sie ein kürzlich restauriertes Herzogsschloss aus der Normannenzeit und in dessen Inneren einige bedeutende Kunstwerke bewundern. Eindrucksvoll erstreckt sich hier die Kanalbrücke aus dem 15. Jh. über die Hügel hin zur antiken Porta „Librandi“.

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