Urlaubsziel Italien

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Montalcino - Pixabay

Die italienische Weinbaugemeinde Montalcino

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Das zwischen Florenz und Rom in der toskanischen Provinz Siena am Hang des Monte Amiata gelegene Montalcino, wurde bereits von den Etruskern und Römern besiedelt, wovon die Kirche S. Egido, die Museen und die Festung Rocca eindrucksvoll Zeugnis ablegen. Die Gemeinde liegt in den Colli Senesi, also in der Nachbarschaft des Chianti-Anbaugebietes.

Aktuell hat die Gemeinde über 8000 Einwohner, welche auf einer Seehöhe von 568 Metern, hauptsächlich vom Weinbau und vor allem vom Brunello leben. Auf steinigen, weniger fruchtbaren Böden der Weinberge entwickeln sich konzentrierte und besonders langlebige Weine.

Geschichtliche Hintergründe

Der Name „Montalcino“ wird erstmals in einem Dokument von 814 v. Chr. erwähnt und beruht nach Vermutungen auf „Mons Ilcinus“, dem Berg der Steineichen. Die erste Ansiedlung in Montalcino befand sich unter der Herrschaft der Mönche von Sant’Antimo. Die sowohl politische als auch militärische Bedeutung erlangte die Stadt durch ihre strategisch wichtige Position an der Via Francigena, auf welcher Pilger nach Rom zogen.

Unnachahmlich – der Brunello

Der Name „Brunello“ wird erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt, in welchem der Weinbau in Italien seinen Siegeszug antrat. Nicht zuletzt, da die toskanische Adelsfamilie Frescobaldi zuerst das britische Königshaus und in der Folge den gesamten europäischen Adel mit ihren Weinen verwöhnte. Bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts war das beliebteste Getränk ein Weißwein namens „Moscadello di Montalcino“, welcher heute noch vereinzelt kultiviert wird.

Rotweine wurden in dieser Zeit von toskanischen Winzern aus unterschiedlichen Trauben gekeltert. In die Zeit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fällt die „Entdeckung“ der optimalen Rebsorte für den Brunello.

Weinreben Brunello - Montalcino - Pixabay

Weinreben Brunello – Montalcino – Pixabay

Nachdem im Jahr 1929 mit über 900 Hektar Rebkulturen mit Brunello-Reben ein Spitzenstand erreicht wurde, zerstörte die Reblaus die meisten Rebstöcke. Dies hatte zur Folge, dass 1960 die Anbaufläche nur mehr eine Größe von 63 Hektar aufwies. Durch vermehrte Anstrengungen im Bezug auf Neuanpflanzungen, Vermarktung und dem Erlass diesbezüglicher Gesetze, konnte das Anbaugebiet des Brunello, im Jahr 1966 den DOC-Status erringen.

Dies führte dazu, dass jeder Wein mit dem Namen „Brunello“ mindestens 42 Monate in Fässern aus slawonischer Eiche und 24 Monate in der Flasche reifen sollte. Die Dauer des Ausbaus in Fass und Flasche wurde später in zwei Schritten auf eine Mindestreifezeit von 48 Monaten reduziert. Ein Jahr später gründeten Winzer aus Montalcino einen Vereinigung – das Consorzio del Vino Brunello di Montalcino – zur Qualitätssicherung des Brunello. Mitte des Jahres 1980 konnte eine Anbaufläche von über 2000 Hektar und der DOCG-Status erreicht werden.

Einheimische und Gäste werden seit 1991 über die Qualität eines Jahrgangs, am Rathaus von Montalcino auf künstlerisch gestalteten Fliesen informiert. Aktuell liegen um Montalcino etwa 2800 Hektar Rebflächen.

Brunello – der Exportschlager aus Montalcino

Der Hauptanteil eines Jahrgangs ist vor allem für den Export bestimmt. Global gesehen, findet der Brunello sowie der Rosso di Montalcino und der Sant’Antimo vor allem in den USA und Deutschland mehr und mehr Freunde.

Brunello zählt neben dem Barolo aus dem Piemont und dem venezianischen Amarone zu den drei prominentesten Rotweinen Italiens. Die Anzahl der Brunello produzierenden Winzer beläuft sich auf etwa 250.

Das Terroir

Die Fläche des Anbaugebietes entspricht jener der Gemeinde Montalcino, welche durch die Täler der Flüsse Orcia, Asso und Ombrone begrenzt wird und eine Gesamtfläche von 24000 Hektar umfasst. Die zur Bewirtschaftung zur Verfügung stehenden Flächen teilen sich folgendermaßen auf.

Landschaft in Montalcino - Pixabay

Landschaft in Montalcino – Pixabay

Die Hälfte des Gebietes besteht aus Wald- und Brachland, 15 Prozent sind mit Rebkulturen und zehn Prozent mit Olivenhainen bepflanzt. Die restliche Fläche steht für Ackerbau und als Weideland zur Verfügung.

Der Hügel von Montalcino bildete sich innerhalb mehrerer geologischen Epochen. Aus diesem Grund zeigen sich die Böden in unterschiedlicher Verfassung und Struktur. Zu Füßen des Hügels finden sich lockere Böden, welche während verschiedener geologischer Epochen gebildet wurden. In den oberen Regionen des Hügels ist der Boden oft steinig, bzw. wurde er durch die zeitlich- und witterungsbedingte Zersetzung von Mergel und Dendriten gebildet. Unter letzteren sind mineralische Reste auf Gesteinsschichten zu verstehen.

Das Klima in Montalcino

Es zeigt sich als typisch mediterran mit Regenfällen in den Frühjahrs- und Herbstmonaten, mit durchschnittlichen Niederschlägen von jährlich 700 Millimetern. Schneefälle sind vor allem oberhalb von 400 Metern Seehöhe nicht ungewöhnlich, bedingt durch die Nähe des Monte Amiata mit einer Höhe von 1740 Metern. In südöstlicher Richtung bildet der Berg einen natürlichen Schutz gegen besonders intensive Wetterkapriolen wie wolkenbruchartiger Regen und Hagelschauer.

Die auf diesem Hang liegenden Rebkulturen sind auch in besonderer Weise von Nebel und Frostnächten geschützt. Die immer wieder einsetzenden Winde betrachten die Winzer als beste Voraussetzung, um die Gesundheit der Reben zu erhalten und zu fördern. Während der Wachstumsphase der Reben herrschen meist milde Temperaturen vor, welche durch die Sonneneinstrahlung zur vollständigen Reifung der Trauben beitragen. Die verschieden ausgerichteten Rebkulturen in den umliegenden unterschiedlich hohen und geformten Hügeln, sind unterschiedlichsten Mikroklimata ausgesetzt.

Die am weitesten verbreitete Methode während der Wachstumsphase, den Reben in Montalcino zu „qualitätsvoller Leistung“ zu verhelfen, ist der Kordon mit kurzem Rebschnitt mit zwei Knospen.

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