Urlaubsziel Italien

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Die schmutzigsten Strände in Italien

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Natürlich soll dieser Blog über die schönen Ecken und Winkel in Italien berichten, aber man darf andererseits auch die negativen Berichte nicht außer Acht lassen. Schließlich soll vor unangenehmen Überraschungen gewarnt werden und die schönsten Wochen im Jahr nicht auf einer „Müllkippe“ enden.

Getestet haben die Küstenregionen italienische Umweltschützer, die Mitglieder der größten Umweltorganisation „Legambiente“ sind. Für sie ist es nicht verwunderlich, dass sie hier teilweise sehr starke Verschmutzungen gefunden haben. Die Organisation war wie jedes Jahr mit dem Laborschiff „Goletta Verda“ unterwegs und untersuchte insgesamt 7.412,6 Küstenkilometer.

Eine weitere Erkenntnis: Meist sind die Strände auch noch unbeaufsichtigt. Das bedeutet, dass keine Bademeister (Bagnini) vor Ort sind, die für Ordnung und Sicherheit an den italienischen Stränden sorgen. Durch die anhaltende Wirtschaftskrise und die niedrigeren Einnahmen ist für die Sicherheit an den Küstenabschnitten oft nicht genügend Geld da.

Flussmündungen und Kläranlagen

Die meisten schmutzigen Strände in Italien befinden sich in der Nähe von Flussmündungen und Kläranlagen. Aber es wurden auch Erdölabfälle gefunden, die teilweise auch von entfernten militärischen Anlagen stammen. Zudem sind auch die riesigen Baustellen, die ein Hotel nach dem anderen hervorbringen nicht ganz unschuldig an der Misere.

Müll am Strand - Bild Pixabay

Müll am Strand – Bild Pixabay

Das oft grün-türkisblaue Wasser täuscht sehr häufig über die wirkliche Wasserqualität hinweg. Nicht selten finden sich dort die sehr gefährlichen Kolibakterien, die sich durch die Abwasserrohre der Hotels, ungeklärt vermehren können und das Wasser buchstäblich verseuchen.

Die Ergebnisse sind erschütternd, denn von Nord bis Süd sind viele Wasserwerte weit über der Höchstgrenze, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Dies betrifft Bakterien und andere Umweltgifte gleichermaßen. 104 Proben der an 263 getesteten Stellen galten als schwer verseucht.

Die Verlierer des Test

Das mit Abstand schlechteste Ergebnis in Sachen Wasserqualität lieferte Kampanien im Süden Italiens. Hier wurde an insgesamt 15 Stellen stark verschmutztes Wasser gefunden. Besonders schwer betroffen sind die Strände rund um Neapel und an der Küstenregion der Insel Ischia.

Aber auch die Regionen Sizilien, Kalabrien, der Süden Apulien oder die Region Latium schnitten nicht wesentlich besser ab.

Die Gewinner des Tests

sauberer Strand in Italien - Bild Pixabay

sauberer Strand in Italien – Bild Pixabay

Zu den Gewinnern in Sachen Wasserqualität zählten eindeutig die Regionen an der nördlichen Adria, Venetien und Friaul. Aber auch die Touristen-Hochburgen Riccione und Rimini in der Region Emilia-Romagna konnten eine zufriedenstellende Wasserqualität vorweisen.

Blickt man auf die Karte des italienischen Umweltministeriums, wird man feststellen, dass die Hälfte der verschmutzten Strände durchaus noch eine Badetauglichkeit bescheinigt bekamen. Dies kann daran liegen, dass diese von Amtswegen her gar nicht oder nur unzureichend getestet werden. Ein Badeverbot kann allerdings nur dort erteilt werden, wo auch offiziell Proben genommen, und als bedenklich eingestuft wurden.

Abwässer fließen ungeklärt ins Meer

Insgesamt fließen von 60 Millionen Italienern noch Abwässer von rund 20 Millionen Einwohnern ungeklärt direkt in die zahlreichen Bäche oder Flüsse, die dann weiter ins Meer weitergeleitet werden. Während man den groben Unrat selbst mit dem bloßen Auge erkennen kann, sind die gefährlichen Kolibakterien unsichtbar.

Auf das Gütesiegel achten

Gütesiegel Fahne FEE - Bild Wikipedia

Gütesiegel Fahne FEE – Bild Wikipedia

Natürlich gibt es auch sehr schöne Strände, die eine hervorragende Wasserqualität ausweisen. Mittlerweile konnten 248 Strände das begehrte Gütesiegel „Bandiera Blu“ (eine blaue Fahne) erwerben. Das Gütesiegel selbst wird durch die Umwelt-Organisation „FEE“ verliehen. Getestet wird hierbei im Vorfeld die Wasserqualität.

Aber natürlich wird auch auf die Umweltpolitik geachtet. Hierzu zählen beispielsweise funktionstüchtige Kläranlagen, die Beschaffenheit der Grünanlagen und Fahrradwege und die behindertengerechten Einrichtungen an den Stränden. Natürlich darf eine ausreichende Anzahl von Bademeistern nicht fehlen.

Quelle: Die Welt vom 16.08.2013

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